Las Vegas plant Fußballstadion für 50.000 Zuschauer im Rahmen eines Zehn-Milliarden-Dollar-Projekts
Las Vegas war keine Gastgeberstadt der WM 2026 – doch jetzt will die Wüstenmetropole mit einem gewaltigen Stadionprojekt ins Rampenlicht des Weltfußballs rücken. Ein Bauvorhaben im Umfang von zehn Milliarden Dollar sieht unter anderem eine reine Fußballarena mit 50.000 Plätzen vor.
Hinter dem Projekt steht Starr Vegas Development. Das Unternehmen will auf einem rund 63 Acres (etwa 25,5 Hektar) großen Gelände nahe der West Starr Avenue und dem South Las Vegas Boulevard einen multifunktionalen Sport- und Unterhaltungskomplex errichten. Neben dem Fußballstadion – das auf bis zu 60.000 Plätze erweiterbar sein soll und über ein schließbares Dach verfügt – ist eine Basketball-Arena mit 25.000 Plätzen für ein künftiges NBA-Team geplant. Ergänzt wird das Ganze durch ein Sportsbook und ein Casino. Sechs der benötigten zehn Milliarden Dollar sind laut Unternehmensangaben bereits eingesammelt.
Dass die Entertainment-Hauptstadt der Welt kein MLS-Team besitzt, wirkt fast anachronistisch. Gerüchte über ein Franchise kursieren seit Jahren, scheiterten aber stets an der Finanzierung. Trotzdem hat der Fußball längst Einzug gehalten: Das Allegiant Stadium war Schauplatz des CONCACAF-Nations-League-Finalturniers, diverser Gold-Cup-Partien und zahlreicher Testspiele europäischer Topklubs.
Las Vegas hat seinen sportlichen Appetit in den vergangenen Jahren massiv gesteigert. Die Formel 1 gastiert dort nach einer Vertragsverlängerung bis 2027, wobei beide Seiten eine langfristige Fortsetzung anstreben – Clark County hat die Austragung auf dem Strip bereits bis in die frühen 2030er-Jahre genehmigt. Der Super Bowl wurde 2024 dort ausgetragen, am 25. Januar 2027 folgt das College Football Playoff National Championship im Allegiant Stadium. Neben NHL-, WNBA- und NFL-Franchises wird Las Vegas voraussichtlich auch ein NBA-Team bekommen. Parallel entsteht am Strip ein Stadion für die Oakland Athletics, die in die Wüstenstadt umziehen und bis zur Fertigstellung übergangsweise in Sacramento spielen.
„Starr Vegas wird neu definieren, was ein Sport- und Unterhaltungsziel sein sollte. Unsere erstklassige Lage am Strip, die integrierte Broadcast-Infrastruktur und die Synergien zwischen mehreren Veranstaltungsstätten schaffen beispiellose Möglichkeiten. Wir bauen Weltklasse-Anlagen für Fußball, Basketball, Konzerte, Kampfsport und mehr», erklärte CEO Chuck Haifley.
Sollte das Vorhaben Realität werden, könnte Las Vegas sich endgültig vom Glücksspiel-Mekka zur ernst zu nehmenden Sportmetropole wandeln. Ob ein MLS-Team den Weg in die Wüste findet, hängt davon ab, ob das neue Stadion die nötige Investorenbereitschaft weckt. Die Infrastruktur wäre dann keine Ausrede mehr.